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Wie geht eigentlich dieses Podcast?

Was ist ein Podcast?

Der Begriff Podcast steht eigentlich für ein Verfahren und nicht für eine Datei oder ähnliches. Nicht selten sieht man im Internet einzelne Audio oder Video-Dateien, die als Podcast betitelt wurden – das ist aber schlichtweg falsch.

Ein Podcast besteht immer aus mehreren Dateien – das können Audio- oder Video-Dateien sein und auch beides zusammen. Ein „Vorläufer“ des Podcasts ist der RSS-Feed. Abonniert man so einen Feed, beispielsweise eines Nachrichtensenders, erhält man darüber automatisch die aktuellen Nachrichten, sobald diese online gestellt werden – allerdings nur in reiner Textform. Um nun Audio- und Video-Dateien nachdem selben Prinzip zu verteilen, gibt es den Podcast. Dieser nutzt ebenfalls einen RSS-Feed, liefert aber statt reinem Text, auch Audio- , Bild- und Video-Dateien aus.

Das wirklich coole an Podcasts, ist der nicht allen bekannte „on demand“-Teil. Podcasts sind quasi wie eine Soap. Ein Podcast repräsentiert dabei immer ein Thema das in mehreren Episoden oder Folgen (Audio- und/oder Video-Dateien) behandelt wird. Eine Soap läuft immer um 20.15, ein Podcast dann wenn du es möchtest – eben on demand also auf Abruf. Du kannst jede Episode oder den gesamten Podcast so oft hören wie du möchtest, wann du möchtest und wo du möchtest. Eben das ist der große Vorteil.

Das ein solcher RSS-Feed so heißt, wie er heißt, kommt übrigens aus dem englischen „to feed“ im Sinne von füttern, einspeisen, nachliefern. Das RSS steht für Really Simple Syndication, was soviel bedeutet wie wirklich kurze Zusammenfassung, da in der reinen Textform nur Anreißertexte (Teaser) abgerufen werden.

Man könnte natürlich auch seine Audio- und Video-Dateien einfach ins Internet stellen – auf der eigenen Website einfach verlinken… und dann?! Dann würdesie  niemand finden und wissen welche Datei zu welchem Thema gehört und in welcher Reihenfolge und wann neue Dateien hinzukommen… und… und… und…? Genau dafür abonniert man Podcasts 😉

 

 

Woher bekomme ich einen Podcast

Um einen Podcast bzw. einen RSS-Feed zu abonnieren, benötigst Du einen RSS-Reader – oder?

Jaein – mittlerweile gibt es RSS-Reader die auch Podcasts abrufen können und Podcatcher die auch RSS-Feeds abrufen und irgendwie ist alles dasselbe und irgendwie auch nicht.

Technisch gesehen ist alles ein RSS-Feed und ein RSS-Feed ist eine Textdatei auf einem Server, die ein bestimmtes Format hat, nämlich das XML-Format. Eine typische Adresse für solch einen Feed endet deshalb meistens auf .xml oder .rss. Nachfolgend siehst Du einen RSS-Feed bzw. die XML-Datei eines Kinos mit den tagesaktuellen Filmen. Das ist auch ein gutes Beispiel für einen normalen Feed, denn hier macht es ja durchaus Sinn den Film zu beschreiben (Texform), den Trailer gleich mitzuliefern (Video) und vorher ein Cover (Bild) anzuzeigen. Ja all das kann ein RSS-Feed.

 

Aufbau RSS / XML Feed

 

Wer es wissen möchte:
Die Technische Erklärung einer XML Datei, findest Du gaaanz unten 🙂

Ein normaler Feed, ist solange gültig, bis man ihn nicht mehr abonniert. Ein Podcast endet theoretisch irgendwann. Jeder Podcast hat in der Regel eine bestimmte Anzahl an Episoden, ist diese erreicht, wird kein neuer Inhalt mehr geliefert. Der Podcast ist dennoch weiterhin erreichbar. Es gibt aber Podcasts die nie enden. Radiosender die jede Sendung nach der Ausstrahlung online stellen zum Beispiel.

 

Zurück zum eigentlichen Thema

Ein RSS-Reader oder Podcatcher ist zwar im Hintergrund dasselbe, muss aber die jeweils angeforderten Dateitypen (Text, Video, Audio, Bilder) auch wiedergeben können. Für Smartphones gibt es hunderte kostenlose und kostenpflichtige Apps in den jeweiligen Stores. Mit diesen Apps abonniert man dann eben diese RSS-Feeds. Entweder in dem man händisch die oft kryptischen Adresse (URLs) einträgt oder man surft mit dem Smartphone einfach im Netz und mit einem Klick auf das RSS-Symbol oder das Apple-Podcast-Symbol, öffnet sich automatisch die Podcatcher-App. Jetzt könnt ihr noch einstellen ob die Inhalte direkt heruntergeladen werden sollen, oder ob ihr nur benachrichtigt werden wollt, wenn neue Inhalte verfügbar sind.

Es ist natürlich auch möglich Podcasts auf dem Computer zu abonnieren etwa mit iTunes für Apple-User oder Grover Podcast aus dem Windows Store.

 

Das offizielle und Marken -/ namensrechtlich geschütze Symbol von Apple Podcast (1. Bild) und das offizielle RSS-Feed Symbol (2. Bild).

 

Apple Podcast Symbol      RSS Logo

 

 

Wie mache ich einen Podcast?

Zum Glück gar nicht, denn das übernimmt ein Plugin eurer Blogsoftware. Kurz gesagt erstellt ihr eure Audio- und/oder Video-Dateien und schiebt diese auf euren Blog. Mit Hilfe des Plugins fasst ihr dann alle einzelnen Dateien unter einem Thema (einer Serie) zu einem Podcast zusammen. Das Plugin generiert dann automatisch eine XML-Datei also einen RSS-Feed. Natürlich könnt ihr jederzeit neue Audio- und Video-Dateien zu einem bestehenden Podcast hinzufügen – da ist ja der Sinn 🙂

Aber mal langsam…

Wir konzentrieren uns jetzt mal auf reine Audio-Podcasts.

Solch ein Audio könnt ihr mit eurem Smartphone und den meist vorinstallierten Sprachrekorder-Apps aufnehmen. Dann muss man nur noch fehlerfrei sprechen und Hintergrundgeräusche ausblenden und schon ist ein Audio fertig. So die Theroie…

Das klappt natürlich nicht und natürlich verspricht man sich auch mal. Dennoch für den Anfang könnt ihr tatsächlich euer Smartphone benutzen. Das aufgenommene Audio schlummert danach (im Besten Fall) als mp3-Datei auf eurem Smartphone und kann zumindest bei Android-Geräten einfach per USB Kabel auf den PC übertragen werden. Natürlich kann man die Audios auch in seine Dropbox laden oder sich per E-Mail schicken. Viele Wege führen nach Rom oder auf den heimischen PC 🙂

Aufgepasst!
Wer seine Audios aufgrund von Versprechern bearbeiten möchte oder diesen ein Intro und Outro hinzufügen möchte, der muss seine Audio-Dateien natürlich bearbeiten.

Den Windows- und Apple-Usern empfehle ich das kostenlose und wirklich professionelle Programm Audacity. Mit diesem Programm und einem Mikrofon, könnt ihr eure Episoden natürlich auch direkt am PC erstellen.

Download: http://www.audacityteam.org/download

 

So so und wie soll ich mit Audacity eine Podcast-Folge machen?

Na ganz easy, erstmal installiert ihr euch die Software.

Lasst euch nicht von den vielen Knöpfen und Einstellungen entmutigen, wichtig sind erstmal die sechs Knöpfe oben links. Steckt euer Mikrofon in den Computer, startet die Software. Wwenn ihr bereit seid, klickt ihr auf den rechten Button mit dem roten Kreis (das Aufnahmesymbol). Um die Aufnahme zu beenden, klickt ihr auf das Stopp-Symbol (braunes Viereck). Unterhalb der ganzen Knöpfe seht ihr dann eure Tonspur(en). Diese könnt ihr bearbeiten, also Teile markieren und herausschneiden, lauter und leiser machen, davor, dahinter und dazwischen Töne einfügen, und vieles mehr. Nehmt euch einfach mal einen Tag Zeit und spielt mit der Software – es macht wirklich Spaß.

 

Audacity Screenshot der Software

 

Wenn ihr mit eurer Aufnahme fertig seid, speichert ihr die Datei im mp3-Format ab und fertig ist eine Folge eueres Podcasts. Mit den anderen Folgen verfahrt ihr dann genauso.

 

 

Und wohin jetzt damit?

Na auf den Blog – let’s go…

Meldet euch im Adminbereich eures Blogs an und installiert euch aus dem Plugin Store ein passendes Plugin für Podcasts 🙂

Nehmen wir WordPress, da empfehle ich Podlove Publisher.
Im nachfolgenden Link ist auch ein Video vorhanden das ausführlich zeigt, wie ihr einen Podcast mit diesem PlugIn erstellt.

Download des Plugins:
https://de.wordpress.org/plugins/podlove-podcasting-plugin-for-wordpress

Das Plugin leitet euch Schritt für Schritt zum eigenen Podcast. Als erstes erstellt ihr mit dem Plugin ähnlich wie einen Beitrag, einen Podcast, bestehend aus einem Titel und einer Beschreibung. Im nächsten Schritt könnt ihr jede einzelne Audio-Datei – also Folge – hochladen, mit einem Titel und einer kurzen Beschreibung versehen und ab dafür.

Um den RSS-Feed bzw. den Podcast nun zu verbreiten, müsst ihr euch nur noch das Widget des Plugins in die Sidebar ziehen und schon habt ihr euren eigenen Podcast.

iTunes: Den RSS-Feed Link, könnt ihr bei iTunes anmelden (registrieren) – dann zieht sich iTunes automatisch alle Daten von eurem Blog 🙂

 

 

Bonus: das XML-Format

XML heißt Extensible Markup Language – erweiterbare Auszeichnungssprache. Bis auf wenige Ausnahmen ist der Inhalt dieser Datei nämlich realtiv egal, solange er in die vorgegebene Struktur gequetscht wird.

Der Kopf (Header) einer XML-Datei sieht immer so aus:

<?xml version=“1.0“?>

 

Dieser Teil sagt der später verarbeitenden Software (bspw. Podcatcher) das es sich hier um ein XML-Dokument handelt.

Ob ihr es glaubt oder nicht, das war schon fast alles.
Ab jetzt kommt leserliche und verständliche Struktur, die immer aus einem sich öffnenden und am Ende wieder sclhießendem Tag (Parameter) besteht.

Die Anweisung xmlns:atom enthält eine URL, hinter der sich der Aufbau eines XML-Dokuments für einen Atom-Feed befindet. Dieser sagt der Software „okay hier kommt ein RSS-Feed vom Typ Atom, darin findest Du mehrere items. Jedes item hat einen Titel namens title, einen Autor namens author, usw… die mp3-Datei des Podcasts findest Du im Tag link“.

Es gibt mehrere Feed-Typen, wie Atom, iTunes, wfw, etc…

Beispielhafter Aufbau einer Podcast XML-Datei für Atom-Feeds:

<?xml version="1.0" ecoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom">
    <channel>
        <title>Mein erster Podcast</title>
        <link>http://www.meine-webseite.de/</link>
            <item>
                <title>Name der 1. Folge</title>
                <author>Dein Name</author>
                <description>Deine Beschreibung</description>
                <pubDate>Sat, 07 May 2016 08:30:00 +0200</pubDate>
                <link>http://www.meine-webseite.de/folge-1.mp3</link>
            </item>
            <item>
                <title>Name der 2. Folge</title>
                <author>Dein Name</author>
                <description>Deine Beschreibung</description>
                <pubDate>Sat, 09 May 2016 08:30:00 +0200</pubDate>
                <link>http://www.meine-webseite.de/folge-2.mp3</link>
            </item>
    </channel>
</rss>
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© 2017 Gino Dola
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